Dudelsack

Dudelsack

Die Sackpfeife oder der Dudelsack ist ein Aerophon (Luftklinger, hier mit Doppelrohrblatt), dessen Luftzufuhr aus einem Luftsack über eine Windkapsel erfolgt.

Der Klang des Dudelsackes ist meist laut und schrill. Deswegen eignet er sich gut für Aufführungen im Freien, da der Klang sehr weit trägt.

Beim Dudelsack wird durch Druck auf einen Balg ein kontinuierlicher Luftstrom erzeugt und damit ein ununterbrochener Ton möglich. Die Luftzufuhr geschieht mit Hilfe eines Anblasrohres oder eines Blasebalges, womit Druck in einem Luftsack (bestehend meist aus abgedichtetem Leder, meist Ziege) aufgebaut wird. Durch Armdruck wird die Luft vom Luftsack in die Spiel- und Bordunpfeifen gelenkt. Ein Rückschlagventil sorgt dafür, dass die eingeblasene Luft nicht zurückströmen kann. Spiel- und Bordunpfeifen sind durch eine Hülse, den sogenannten „Stock“, mit dem Luftsack verbunden.  Die Töne in den Pfeifen werden durch je ein Rohrblatt (einfach oder doppelt) erzeugt. Sackpfeifen können nur in den durch die Borduntöne vorgegebenen Tonarten gespielt werden. Häufig sind daher die Bordunpfeifen umschaltbar bzw. auf andere Borduntöne umstimmbar. Die Spielpfeife ist meist diatonisch in reiner Stimmung gestimmt und schränkt dadurch die Spielmöglichkeiten weiter ein. Außerdem haben Spielpfeifen meist einen geringen Tonumfang von wenig mehr als einer Oktave.

Eine weitere instrumentenspezifische Herausforderung liegt darin, aufeinanderfolgendes Wiederholen derselben Note von einem längeren Notenwert zu unterscheiden. Da eine Sackpfeife keine Pausen kennt, muss hier ein anderer Ton kurz dazwischen gespielt werden (Wechseltöne bzw. Verzierungen).

Die Manessische Liederhandschrift belegt, dass der Dudelsack im Mittelalter auch zur höfischen Kultur gehörte. Die mittelalterlichen Dudelsäcke unterscheiden sich im Wesentlichen in der Menge der Pfeifen sowie in deren Bauweise. Eine Spielpfeife ohne Bordunpfeife gibt es auf Abbildungen seit dem 12. Jahrhundert. Eine zweite Bohrung der Spielpfeife oder eine Bordunpfeife findet man auf Abbildungen ab dem 13. Jahrhundert. Mehr als eine Bordunpfeife haben Dudelsäcke erst seit dem 15. Jahrhundert. Bei den Bordunpfeifen deutet eine ausschließlich zylindrische Bauweise auf ein Einzelrohrblatt und damit auf einen eher sanften Ton hin; auch die meisten Spielpfeifen scheinen diese Bauweise gehabt zu haben. Spielpfeifen mit konischer Bauweise und damit einem Doppelrohrblatt und damit auch einem Schalmeien-ähnlich lauten Ton tauchen jedoch seit dem 13. Jahrhundert auf Abbildungen auf.

Bis heute ist die Tradition des Dudelsack-Spielens in einigen europäischen Ländern (z.B. Spanien, Schottland, Bulgarien) noch lebendig und sehr geschätzt. Heutzutage gibt es europaweit nach Schätzungen von Experten etwa 180 regionale Sackpfeifenformen, deren Klang und Lautstärke verschieden sind, woraus sich dann auch unterschiedliche Einsatzmöglichkeiten ergeben.3

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